10 Jahre Plautdietsch-Freunde

Hndritj Siemens: Waut doone?

Hndritj Siemens: Waut doone?

Am 21.11.09 fand in Detmold die inzwischen 10. Jahrestagung der Plautdietsch-Freunde statt. Wie gewöhnlich erwartete die Teilnehmer nach der Mitgliederversammlung ein abwechslungsreiches Programm: Vorträge, Musik, Literatur und diesmal auch wieder einmal ein Theaterstück: “Oppe Forstei” von Arnold Dyck wurde abends von Johann Penner und Freunden/Verwandten aufgeführt – in Deutschland zum ersten Mal! Die ca. 150 Zuschauer aus ganz Deutschland und aus dem Ausland waren begeistert! Passend zum zentralen Thema des Tages (”Friede und Wehrlosigkeit”, siehe Programm) stehen im Mittelpunkt des Stückes Europas erste Zivildienstleistende: Russlandmennoniten, die während des Forstei-Dienstes vor ca. 100 Jahren in der heutigen Ukraine nicht gerade zimperlich miteinander umgehen, u.a. auch aus sprachlichen Gründen. Wie sehr oder wie wenig friedlich oder wehrlos die Russlandmennoniten nun eigentlich waren, sind oder sein sollten – darum ging es auch in den Vorträgen von Wolfgang Krauß (DMFK) und Viktor Rempel (BTG). Der international bekannte Schriftsteller Rudy Wiebe, der nach einer Podiumsdiskussion mit den Referenten aus seinem neu übersetzten Roman “Friede wird viele zerstören” las, war nicht nur der wohl am weitesten angereiste Tagungsgast, sonder auch der prominenteste: In Kanada gehört Wiebe gleich mit einigen seiner Romane zum Pflichtprogramm in den Schulen und Universitäten.

Der Plautdietsch-Verein ist jetzt 10 Jahre alt und entwickelt sich weiter: Auf die Initiative des wiedergewählten Vereinsvorsitzenden Heinrich Siemens, gemeinsam mit Maria Lippert von der Universität Bielefeld (SiN-Projekt) und Peter Wiens, dem Gründer des Vereins, haben die Plautdietsch-Freunde im Anschluss an die Tagung etwas längst Fälliges auf den Weg gebracht. Sie gründeten ein lockeres Netzwerk von Aktiven aus Theorie und Praxis als Basis für die Entstehung eines Instituts für Plautdietsch, das sich auf wissenschaftlicher Ebene interdisziplinär und international mit linguistischen und anderen Themenbereichen rund um Plautdietsch beschäftigen soll. Bei diesem ersten Treffen waren ältere und jüngere Wissenschaftler dabei, sowohl plautdietsche als auch nicht-plautdietsche wie beispielsweise Dr. Göz Kaufmann von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, sowohl Sprachwissenschaftler als auch Vertreter anderer Disziplinen wie z. B. die Ethnologin Nelly Nachtigal oder die aus den Niederlanden angereiste Anthropologin Arlette Kouwenhoven. Auch Dr. Jan Wirrer, emeritierter Niederdeutsch-Professor der Uni Bielefeld, bot seine Unterstützung an und unterstrich die Notwendigkeit einer systematischen Datenarchivierung und auch die Anbindung an bereits bestehende Institutionen. In diesem Zusammenhang wird wohl auch das im Vorfeld unterbreitete Kooperationsangebot von Christopher Cox, Universität von Alberta, in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Ein erster Workshop, wahrscheinlich schon in einigen Monaten, soll die ausgesprochenen Ideen und Vorschläge in konkretere Bahnen lenken.

Auch in Zukunft werden die Plautdietsch-Freunde, so Heinrich Siemens gestern zum Programmpunkt “Rückblick/Ausblick”, mit den jährlichen Tagungen und Studienreisen fortsetzen und die FRIND-Zeitschrift mit mindstens einer Ausgabe pro Jahr herausgeben. Die aktuelle Nummer 22 ist denn auch in gewohnter Qualität und pünktlich zur Tagung erschienen. Die Plautdietsch-Studienreise im Sommer 2010 wird in die Orenburger Region führen.

Mien Lexikon

Für die Plautdietsch-Sprecher weltweit wird inzwischen an einer eigenen Sprachversion der Wikipedia gearbeitet.

Foto-Collage: Für die Plautdietsch-Sprecher weltweit wird inzwischen an einer eigenen Sprachversion der Wikipedia gearbeitet.

Wea von ons bruck nich han en wada mol dee Wikipedia!? Dise friee Enzyklopedie es dochwoll daut mescht-jebruckte Lexikon em Internet. En uck doaweajen seea maklich, wiels aula groote Sproake eare ejne Versioon habe. Uck vele tjliene Sproake habe nu aul eene ejne Sproak-Versioon vonne Wikipedia — uck dee Plautdietsche send aul meist soo wiet: MIEN LEXIKON heet daut niee Projatjt vom Vereen Plautdietsch-Freunde e.V. en dise Aktioon saul doatoo biedroage, daut dee plautdietsche Wikipedia een bet meea en beta em Schwung tjemmt. Hia es een Extra-Blog fe daut Mien-Lexikon-Projatjt mett vele Informatioone:

http://mien-lexikon.blogspot.com/

Entresse? Wea nich biem Projatjt mettmoake well, oba doaweajen doch aune plautdietsche Wikipedia schaufe en uck mol waut schriewe, dee es uck seea doatoo enjelodt:

http://incubator.wikimedia.org/wiki/Wp/pdt/Hauptsied

Moving Memory

Detmold, 13. Dezamba 2008: Plautdietsch-Frind ut gaunz Dietschlaunt tjitje sich korte Videos utem Internet aun: eare ejne Jeschichte, eare ejne Sproak! Fe daut baste Video jefft daut een Pries – eene schmocke niee Digital-Kamera.

Lukas Wiens, woona dee Idee fe dit Projatjt haud, ewajefft Evelyn Jabs dee goode Kamera. Evelyn haft sich dit Jeschentj mett earem Video vedeent: See filmd eare Mutta mette Wiehnachtsjeschicht Dee beesa Roobat

Dee betolde Projatjt-Tiet von MOVING MEMORY es to Enj. Dee Plautdietsch-Frind haude von Aktion Mensch (dieGesellschafter.de) Jelt fe dit Projatjt (fe Beamer, Kamera, …) jetreaje en habe daut Baste doarut jemoakt. Uck wan dee Förderung nu to Enj es, daut Projatjt saul wieda rane, oba nu komplett ehrenamtlich:

Aula Entressede send uck wiederhan enjelodt, korte Videos to moake, dee wie oppe Moving-Memory-Projekt-Sied nenn doone tjene. Dee Plautdietsch-Frind woare dit Projatjt en Kooperatioon mettem Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte (Dr. Katharina Neufeld) emma jrata wausse lote…

Meea Infos: movingmemory.blogspot.com