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Plattdeutsche in europäischem Vorstand
Niederdeutsch-Lobby auf europäischer Ebene

Das Europäische Büro für weniger verbreitete Sprachen (EBLUL) ist ein Dachverband für alle Regional- und Minderheitensprachen Europas, der bei der EU als Nichtregierungsorganisation die Interessen dieser Sprachen vertritt. Bei der letzten Vollversammlung in Barcelona wurden alle Vorstandsposten neu besetzt. Präsidentin wurde Neasa Ní Chinneide aus Irland, wo das neue Büro des Verbandes seinen Sitz haben wird. Die Vizepräsidenten kommen aus Westfriesland (Niederlande) und Nordirland. In den Vorstand gewählt wurde auch Cornelia Nath von der Ostfriesischen Landschaft, eine Vertreterin der Niederdeutschen. Sie wurde vom Bundesrat für Niederdeutsch in das deutsche Staatenkomitee des EBLUL delegiert und schaffte von dort aus den Sprung auf die europäische Ebene.

Nath betonte bei ihrer Kandidatur, dass sie sich vor allem dafür einsetzen wird, dass ressourcenschwache Sprachen (wie beispielsweise das Niederdeutsche oder das Friesische in Deutschland) im Zuge der EU-Erweiterung nicht vernachlässigt werden. Sie brauchen besondere Unterstützung für den Zugang zu EU-Förderprogrammen. Außerdem drückte sie die Hoffnung aus, als Deutschsprachige beim Informationstransfer in die Beitrittsländer, wo Englisch teilweise noch nicht so verbreitet ist, behilflich sein zu können.

Sobald das neue Büro in Dublin etabliert ist und die Projekte des EBLUL für 2005 von der EU-Kommission genehmigt worden sind, wird die Organisation in eine Zukunftsdebatte eintreten. Ab 2007 werden alle EU-Programme umgestellt, und der Verband wird sich bis dahin auf die Neuerungen eingestellt haben müssen.

Das EBLUL besteht seit 1982 und hat seitdem wichtige Lobbyarbeit für die Regional- und Minderheitensprachen in Europa geleistet. Es begleitete die Ausarbeitung der europäischen Sprachencharta und arbeitet bis heute dafür, dass alle europäischen Staaten diese Sprachenschutzkonvention ratifizieren. Es hat auch darauf Einfluss genommen, dass in der neuen europäischen Verfassung ein Diskriminierungsverbot auf Grund von Sprache verankert wurde.

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Presseinfo vom 8.3.05, Europäisches Büro für weniger verbreitete Sprachen (EBLUL)