Aula toop biem Meddachsjebed enne Lamberti-Tjoatj (v.l.n.r.): Jörg Hagemann, röm.-kath. Staudtdechant, Keith Blank, Mennonit ut Lancaster/USA, Andrea Lange, mennonitische Theologin, Jacob Schiere, Mennonit, Drachten/Niederlan- de, Ulf Schlien, Superintendent Ev. Kirchenkreis Münster. © Wolfgang Krauß

Menniste en Katholitje toop em Jebed

Aula toop biem Meddachsjebed enne Lamberti-Tjoatj (v.l.n.r.): Jörg Hagemann, röm.-kath. Staudtdechant, Keith Blank, Mennonit ut Lancaster/USA, Andrea Lange, mennonitische Theologin, Jacob Schiere, Mennonit, Drachten/Niederlan- de, Ulf Schlien, Superintendent Ev. Kirchenkreis Münster. © Wolfgang Krauß

Oppem Katholitjedach enn Münster were Menniste aun dree ökumenische Veaunstaultinje bedeelijt. Daut Highlight doarunja: Daut jemeensaume Meddachsjebed enne Lambertitjoatj – doa, woo dee Klottjes henje, dee emma noch opp Greueltate vonne Deepa hanwiese.

von Horst Martens

Wolfgang Krauß word vom Katholitjedach enne Oabeitsgrupp „Ökumene” beroope en haft von mennischa Sied doatoo biejedroacht, daut dee Veaunstaultinje stautfinje kunne en mennische Positioone goot vetrede were. Daut Theema vom Katholitjedach we „Suche Frieden” – en Krauß jellt aus mennischa Fredens-Experte. Von 1984 bit 2008 we hee Geschaftsfehra vom Dietschen Mennonitischen Fredenskomitee. Vondoag haft hee eene Dreddel-Pastorensted enn Augsburg en ess frieschaufent oppe Spure vonne Deepasch unjaweajes.

Wolfgang Krauß.

Wolfgang Krauß.

Dee diestre Jeschicht
Woorom daut biem mennonitisch-evangelisch-kathoolischen Dialoog enn Münster jintj: Vele Deepasch unjre Fehrung von Jan von Leiden wulle enn Münster om 1534-35 daut Niee Jerusalem oppbue. Doabie kaum daut to vele Exzesse. Dee Bischof met siene Soldote eroobade Münster tridj en rechte enne Staudt een Blootbod aun. Dee Aunfehrasch vonne Deepa worde grausam jefoltat en enne Klottjes jestoppt en aum Torm vonne Lamberti-Tjoatj enne Hecht jetrocke, woo dee Klottjes vondoag noch henje. Nohm Katholitjedach meene Krauß en dee aundre Diskussioonsdeelnehma: „Wie brucke aune Lambertitjoatj eene Infotofel, aun dee uck dee Secht vonne Deepa doajestalt woat. En woo uck nich moa dee Jeschicht vonne Münstersche Deepa vetallt woat, sonda uck dee jewaultfriee Schweizer Breeda en Menno Simons to Wot kome.”

Horrorjeschichte sent Propaganda
Aule dree Veaunstaultinje were aum Friedach. Dee eschte Klock 11: „Jespreatj unja dee Deepaklottjes” heet dee Podiumsdiskussioon, dee von Wolfgang Krauß moderieat word. Aus eschtet hild Ralf Klötzer eenen Veadrach ewa den jeschichtlichen Hinjagrunt. Hee ess eena vonne Experte ewa daut Deepa-Ritj, haft eene Doktaoabeit doarewa jeschrewe en ess uck vele FRIND-Lesasch bekaunt aus Staudtfehra von Münster. Klötzer denunziead vele vonne Horrorjeschichte aus Anti-Deepa-Propaganda. Dee schlemme Sache, dee weahrent dee Beloagarinj derch dee bischöfliche Armee passieade, lote sich derch dee schwieje Veteidigungs-Situatioon ertjleare: Daut, waut doa passiead, daut tjemmt emma vea, wan eene Staudt beloagat woat.
Dan diskutieade Andrea Lange, mennonitische Theologin ut Mainz, Professor Hubertus Lutterbach, kathoolischa Theoloog en Historika, en dee lutherischa Prof. Michael Peters vom Institut fe westfälische Tjoatjejeschicht 40 Minute lang. „Eene seeha goode Diskussioon ewa dee unjascheedliche Aspekte vonne Jeschicht”, fot Wolfgang Krauß daut toop. Butadem sed hee: „Dee Hieasol we voll. Dee Ordnasch leete tjeenen meeha nenn. Goot 200 Persoone nauhme deel en kunne uck Froage stale.”

Groote Openheit
Dan kaum dee Höhepunkt aune Rej: daut Meddachsjebed enne Lambertitjoatj.  „Dee Veaschlach doatoo kaum vonne Leitung vom Katholitjedach”, sajcht Krauß, „etj we ewarauscht.” Met Dr. Michael Kappes vonne Bistumsverwaultinj en met Lioba Speer vonne Tjoatjedachs-Organisatioon word dee Liturgie-Tatjst faust jelajt. „Daut jintj relativ harmoonisch too, met eene groote Openheit. Dee aundre Sied haud nich em Senn, dee Deepasch to vediewle. Dee Schultbetjantnisse von aule dree Tjoatje hab wie ut Ertjlearinje vonne Tjoatje zitieat. Aule Siede, uck dee Deepa-Sied, habe eah Fehlvehoole ennjeseehne.” (Tjitj unja „Meddachsjebed”)

Eene stoatje Utsoag
500 Mensche kaume tom Meddachsjebed, dee groote Lamberti-Tjoatj we voll. „Vele Besetjasch were extra doatoo aunjereist, uck eenje Mennonite”, sajcht Krauß. (Aum selwjen Weatjenenj gauf daut een europeischet Mennistetrafe enn Frankreich, woo vel Menniste were. Dee habe waut vepausst.) Krauß we ewaweltijt, uck wan hee selfst tjeenen Tatjst to saje haud. „Daut Meddachsjebed we eene stoatje Utsoag – noh 500 Joah bede Katholitje, Evangelische en Mennonite toop aum dee Sted, woo daut passieat ess.”

FRIND: Waut we daut fe een Jefeehl, aun eene kathoolische Liturgie deeltonehme?
Krauß: „Etj sie aul lenja ökumenisch unjaweajes. Butadem we etj selfst je uck aum Vefote vonne Liturgie bedeelijt. Toodem we dee Aundacht enne kathoolische Tjoatj, woorom sull dee dan nich kathoolisch senne?”

Dee Resonanz we positiv, soo Krauß wieda: „Met wem etj uck rede deed, dee Mensche funge daut seeha goot, daut op en opprechtich jeschildat word, waut jewese ess”.

Kathoolitje deepe Erwossne
Dee dredde Veaunstaultinj heet „Tookonft vom Deepe – Tookonft vonne Tjoatj”. Krauß haud jedocht, daut wudd een Pro en Contra von Tjinjadeepe en Gloowensdeepe woare. Dee mennische Theologin Andrea Lange ertjlead uck dee mennische Positioon, oba dee Weihbischof von Erfurt, Dr. Reinhard Hauke, red nich ewa tjliene Tjinja: Hee red uck ewa daut Erwossnedeepe. Dee Bischof schildad dee Situatioon enne ostdietsche Lenda, woo daut vel Onjleibje jefft. Wan dee tom Gloowe kome, lote dee sich tom eschten Mol deepe – dan deepe Kathoolitje Erwossne. Ejentlich licht daut aun dee „post­tjristliche Jesalschauft”, aun dee „bröckelnde Voltjstjoatj”, sajcht Krauß. Vel Predjasch bekloage sich doarewa, daut see tjliene Tjinja deepe, uck wan dee Famieljes ewahaupt nich em tjristlichen Gloowe lewe.
Dee mennische Bedeeljung aum Katholitjedach we een volla Erfolch: „Wie tjene ons nich ewa fehlenden Toospruch bekloage”, sajcht Krauß. „Daut jemeensaume Fazit von aule dree Siede ess: Wie motte dee Jeschicht aundasch vetahle. Wan dee Klottjes doa henje bliewe, dan mott doa eene jeschichtliche Infotofel han met  Auntwode opp dee Froage: Waut ess jewese? Woo goh wie doamet om? Wie aus Deepasch oda Menniste habe uck eene Veauntwodinj, daut wie onse Jeschicht authentisch doastale – uck oppe Infotofel. Wie motte tjleare, woo wie eene Presenz enn Münster tjrieje, onse goode Kontakte, dee wie nu habe, woare ons halpe. Daut Jedajchtnis doaraun ess emma noch een Trauma. Enn Münster soowesoo, wiels doa emma wada jefroagt woat: Waut ess met dee Klottjes? Waneea woare dee mol endlich aufjehonge?

FRIND: Woo woat Münster daut Veheltnis to dee Katholitje enn Tookonft be-ennflusse?
Krauß: „Wie brucke eene Vestendjung, woo wie met Münster omgohne. Nich moa unja Menniste, uck met dee aundre Tjoatje. Wie sulle enne neajchste Joahre eene Doaginj organisiere, woo wie dee veschiedenste Projatjte beleuchte – theologisch, historisch, praktisch, touristisch.”

FRIND: Woo haft sich daut Veheltnis to dee kathoolische Tjoatj ve-endat?
Krauß: „Dee dietsche Mennonite seehne daut Veheltnis nich aula jlitj. Unjre Nie-Ennwaundrasch ute Sowjetunioon jefft daut Jemeendes, dee jieden Kontakt auflehne. Dee veharre enne Frontstalinje vom 16. Joahhundat. Oba: Dee kathoolische Tjoatj ess nich deeselwje aus to dee Tiet, dee haft sich uck veendat.Daut gauf dem mennonitisch-kathoolischen Dialoog met dem Vatikan. Doa ess aul seeha vel passieat.”

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