Plautdietsch-Doaginj 2011

Museum an der AHF-Schule in Detmold 2011Sinowent, aum 24. Septamba 2011, es en Detmold dee 12. Joaresdoaginj vonne Plautdietsch-Frind: Soo aus jieda Joa trafe sich wada dee Mttjlieda to eare "Sobranije" - uck entressede Nich-Mettjlieda send doatoo enjelodt! Lota Nomeddach jefft daut dan "Doklady", en ditmol wada uck von Rogier Nieuweboer, ons hollendscha Plautdietsch-Experte ut Finlaunt.

Nobre, Koffe-Drintje, Grillen, plautdietsche CDs en Betja tjeepe - dit aules woat meajlich senne. Daut Teema es Plautdietsch en dee Europeischa Sproakedach - doatoo jefft daut dan uck eene Podiumsdiskussioon, woo mank aundre uck Lied vom Bundesrot fe Nadadietsch (BfN) en vom Bund f?r Heimat und Umwelt (BHU) doabie send. Tweschenderch woat Katharina Niefels eene Führung derch daut niee Museum aunbeede. En wea dan lota noch eenen bunten Owent mett Leeda en Jedichta well - davai, Peeta Brun es uck wada doabie! Hia es daut Prograum:

Klock 13.00 - 14.00 Mettjlieda-Vesaumlinj
Dee Mettjlieda habe dee Enlodinj mette Post jetjreaje

Koffe-Paus / Betjadesch / ...

Klock 15.00 - 17.30 Referente en Diskussioon
Mett Dr. Rogier Nieuweboer, Dr. G?z Kaufmann, Dr. Reinhard Goltz en aundre (Moderatioon: Hendritj Siemens)

Owentkost / Grillen / Museum / Betja en CDs / ...

Klock 19.00 - 20.30 Leeda, Jedichta, Kabarett
Mett Aleksej Davydof, Tatjana Klassner, Mietj Niefelt, Peeta Brun, en Andreas Ditj (Moderatioon: Peeta Wiens)

Jie send aula von Hoate enjelodt! Dee Adras es: Georgstra?�e 24, 32756 Detmold, doa woo dee School en daut Museum es. Hia send meea Infos, opp Hochdietsch:

12. Jahrestagung der Plautdietsch-Freunde: Programm und Einladung

10 Jahre Plautdietsch-Freunde

Hndritj Siemens: Waut doone?

Hndritj Siemens: Waut doone?

Am 21.11.09 fand in Detmold die inzwischen 10. Jahrestagung der Plautdietsch-Freunde statt. Wie gewöhnlich erwartete die Teilnehmer nach der Mitgliederversammlung ein abwechslungsreiches Programm: Vorträge, Musik, Literatur und diesmal auch wieder einmal ein Theaterstück: "Oppe Forstei" von Arnold Dyck wurde abends von Johann Penner und Freunden/Verwandten aufgeführt - in Deutschland zum ersten Mal! Die ca. 150 Zuschauer aus ganz Deutschland und aus dem Ausland waren begeistert! Passend zum zentralen Thema des Tages ("Friede und Wehrlosigkeit", siehe Programm) stehen im Mittelpunkt des Stückes Europas erste Zivildienstleistende: Russlandmennoniten, die während des Forstei-Dienstes vor ca. 100 Jahren in der heutigen Ukraine nicht gerade zimperlich miteinander umgehen, u.a. auch aus sprachlichen Gründen. Wie sehr oder wie wenig friedlich oder wehrlos die Russlandmennoniten nun eigentlich waren, sind oder sein sollten - darum ging es auch in den Vorträgen von Wolfgang Krauß (DMFK) und Viktor Rempel (BTG). Der international bekannte Schriftsteller Rudy Wiebe, der nach einer Podiumsdiskussion mit den Referenten aus seinem neu übersetzten Roman "Friede wird viele zerstören" las, war nicht nur der wohl am weitesten angereiste Tagungsgast, sonder auch der prominenteste: In Kanada gehört Wiebe gleich mit einigen seiner Romane zum Pflichtprogramm in den Schulen und Universitäten.

Der Plautdietsch-Verein ist jetzt 10 Jahre alt und entwickelt sich weiter: Auf die Initiative des wiedergewählten Vereinsvorsitzenden Heinrich Siemens, gemeinsam mit Maria Lippert von der Universität Bielefeld (SiN-Projekt) und Peter Wiens, dem Gründer des Vereins, haben die Plautdietsch-Freunde im Anschluss an die Tagung etwas längst Fälliges auf den Weg gebracht. Sie gründeten ein lockeres Netzwerk von Aktiven aus Theorie und Praxis als Basis für die Entstehung eines Instituts für Plautdietsch, das sich auf wissenschaftlicher Ebene interdisziplinär und international mit linguistischen und anderen Themenbereichen rund um Plautdietsch beschäftigen soll. Bei diesem ersten Treffen waren ältere und jüngere Wissenschaftler dabei, sowohl plautdietsche als auch nicht-plautdietsche wie beispielsweise Dr. Göz Kaufmann von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, sowohl Sprachwissenschaftler als auch Vertreter anderer Disziplinen wie z. B. die Ethnologin Nelly Nachtigal oder die aus den Niederlanden angereiste Anthropologin Arlette Kouwenhoven. Auch Dr. Jan Wirrer, emeritierter Niederdeutsch-Professor der Uni Bielefeld, bot seine Unterstützung an und unterstrich die Notwendigkeit einer systematischen Datenarchivierung und auch die Anbindung an bereits bestehende Institutionen. In diesem Zusammenhang wird wohl auch das im Vorfeld unterbreitete Kooperationsangebot von Christopher Cox, Universität von Alberta, in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Ein erster Workshop, wahrscheinlich schon in einigen Monaten, soll die ausgesprochenen Ideen und Vorschläge in konkretere Bahnen lenken.

Auch in Zukunft werden die Plautdietsch-Freunde, so Heinrich Siemens gestern zum Programmpunkt "Rückblick/Ausblick", mit den jährlichen Tagungen und Studienreisen fortsetzen und die FRIND-Zeitschrift mit mindstens einer Ausgabe pro Jahr herausgeben. Die aktuelle Nummer 22 ist denn auch in gewohnter Qualität und pünktlich zur Tagung erschienen. Die Plautdietsch-Studienreise im Sommer 2010 wird in die Orenburger Region führen.